Jetzt im Februar wohne ich nun schon seit einem halben Jahr in Dänemark. Warum ich mit meinem Partner hierher ausgewandert bin, kannst du hier nachlesen. Nun wird es Zeit für ein kleines Update über mein Abenteuer Auswandern, bzw. über meine Arbeit in Dänemark.
Rückblick
Wie in meinem letzten Beitrag übers Auswandern schon beschrieben, ist es in Dänemark ohne die Sprache zu können wirklich sehr schwierig einen Job zu finden. Ich mein ich versteh das ja auch total, ist ja in Deutschland wahrscheinlich ähnlich. Aber man muss dazu sagen, dass gerade die Südjüdländischen Kommunen vor allem in Norddeutschland viel Werbung machen nach dem Mottto: „Arbeiten in Dänemark ist so toll, ziehe hier her, wir brauchen Fachkräfte.“ Sprich: Dänemark sucht und wirbt aktiv Fachkräfte aus Deutschland und anderen Ländern an.
Nur ist es dann für diese Übergangszeit, zwischen Umzug und dem Zeitpunkt bis man wirklich gut dänisch spricht sehr schwer, für diese Leute. Es gibt keine Jobs, da für die meisten Jobs, die man ungelernt machen kann Studenten oder Minderjährige bevorzugt werden. Oder man halt einfach zwingend dänisch braucht. Und genau diese Erfahrung habe ich gemacht. Ich habe zwar einen kleinen Reinigungsjob gemacht, aber das waren ca. 8 Stunden die Woche, also nichts wovon man Leben kann.
Daher musste ich noch einen weiteren Job mit mehr Stunden in Deutschland annehmen. Und das hat sich so dumm angefühlt. Ich ziehe aus Deutschland weg, nur um jeden Tag nach Deutschland zu fahren? Versteh mich nicht falsch, der Job an sich war echt super, aber alleine der Fahrtweg war eine Zumutung. Ich war neun Stunden außer Haus und wurde davon nur 6 1/2 bezahlt. Und dann der Tank. Es war alles in allem kein Plusgeschäft sondern eher ein „besser als nix“.
Große Neuigkeiten
So und jetzt zu den großen News: Ich habe einen Hauptjob in Dänemark gefunden!! Im Jauar dachte ich mir ich probiere es nochmal mit Bewerbungen schreiben, da mein Vertrag in Deutschland eh nur bis 31.03. befristet ist, und schaue was passiert. Ich hätte in Deutschland auch verlängern können, also war das kein Panik gesuche so wie beim ersten Mal, sondern tatsächlich einfach „Mal sehen wo ich gerade im Jobmarkt stehe“.
Und da ich ja seit Oktober in die Sprachschule gehe, dachte ich mir ich schreibe die Bewerbungen einfach mal auf Dänisch. Und Zack! Am nächsten Tag habe ich eine Einldaung für ein Vorstellungsgespräch bekommen. Auf Dänisch natürlich! Und dann fragt man sich: „Was hab ich mir dabei gedacht? Mein Dänisch ist auf absolutem Beginnerlevel!“ Also habe ich mich selbst die Tage bis dahin einem Dänisch intensivkusrs unterzogen und mich gut vorbereitet. Habe ich mich bereit gefühlt? Nein. Habe ich es dennoch gemacht? Ja. Rein ins kalte Wasser und eine Stunde nachdem ich wieder zuhause angekommen bin kam der Anruf ich hab den Job!
Schwierigkeiten
Dann hat es eine Weile gedauert, bis mein Vertrag kam, denn leider ist meine Ausbildung hier in Dänemark nicht anerkannt. (Was ich nicht ganz verstehe, weil meine Ausbildung 5 Jahre gedauert hat, hier dauert die gleichwertige Ausbildung nur drei Jahre. Und ich habe einen 1er Schnitt Bachelor). Meine Chefin hat dennoch alles dafür getan, dass ich angemessen bezalht werde.
Dieser Job ist also eine Riesenchance für mich. Menschen die an mich glauben und mich einstellen, trotz meinem holprigen, schlechten Dänisch. Ich bin extrem dankbar, dass ich ab April nicht mehr jeden Tag nach Deutschland fahren muss. Und ich bin mir sicher, dass ich jetzt in meinem neuen Arbeitsumfeld wo ich den ganzen Tag von Dänisch umgeben bin, es noch schneller lernen werde.
Die ersten Erfahrungen
Und nach meinen ersten Tagen kann ich sagen: Es ist hart. Den ganzen Tag versuchen, eine fremde Sprache zu verstehen und zu sprechen ist nicht einfach. Ich habe das gefühl, dass ich gleichzeitig in die Sprachschule und zur Arbeit gehe. Meine Kollegen sagen, sie finden mein Dänisch richtig gut dafür, dass ich erst seit September hier bin. Aber ich komme mir manchmal ein bisschen so vor, als ob ich exrem eingeschränkt bin.
Ich würde mich gerne viel mehr einbringen und quatschen, aber mir fehlt leider einfach das Vokabular. Und dann muss ich ja auch noch Dinge verstehen. Wenn eine Person alleine mit mir spricht, und ich einen Kontext habe, ist es echt ok. Aber dann gibt es Teambesprechungen, oder wenn alle gemeinsam beim Abendessen durcheinander quatschen. Und dann bin ich echt raus und hoffe einfach nur, dass niemand mit mir spricht, weil ich das wahrscheinlich nicht mal merken würde in dem Moment. Die Devise hier: Einfach nicken und lächeln.
Das nehme ich mir vor für die Arbeit in Dänemark
Daher fühle mich mich manchmal wie ein Imposter, ich habe oft das Gefühl, die Leute denken mein Dänisch ist besser als es tatsächlich ist. Aber ich habe mir selbst vorgenommen, mutiger zu sein, und immer wenn ich etwas nicht verstehe nochmal nachzufragen.
Und ganz ehrlich, die Kollegen wissen ja auch, dass ich noch nicht so lange hier bin und mein Bestes gebe. Und ich habe auch schon oft die Rückmeldung bekommen, dass sie es richtig gut finden, dass ich mich so gut integrieren will und so schnell die Sprache lerne.
Ich freue mich auf meine weitere Zukunft hier in Dänemark, und werde bald wieder ein Update geben. Bis dahin kannst du mich gern auf meinen Social Media Kanälen z.B. YouTube besuchen, um mehr aus meinem Alltag in Dänemark zu sehen.
Ich freue mich, dass du da bist 🙂






Was für ein schöner und ehrlicher Einblick in dein neues Leben in Dänemark, Lisa. Faszinierend, dass du nach so kurzer Zeit schon arbeitest und dabei nur von der dänischen Sprache umgeben bist. Und dass du nicht mehr folgen kannst, wenn mehrere Personen gleichzeitig reden … Das geht mir ja sogar als Deutsche in Deutschland so 😅
Ja das stimmt, wird einem dann manchmal auf der Muttersprache schon zu viel 😂
Oh WOW!! Wie aufregend!!! Ich hab da ehrlich ganz großen Respekt vor dir, dass du diesen Schritt gewagt hast und dann auch noch für diesen Mut belohnt wurdest!!! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für diesen neuen Weg!
Danke dir!😊
Viel Erfolg bei dem neuen Job.
Danke!